Ihre evangelische Krankenhausseelsorge in Frankfurt

Petra Babylon

Petra Babylon, Pfarrerin mit Schwerpunkt Psychiatrie und Neurologie.

Kontakt

Büro: 069/6301-5317
Mobil: 01577/ 6401707

Kliniken

Universitätsklinikum

Arbeitsschwerpunkte

Psychiatrie

Allgemeines zum Haus

Die Klinik ist im Verbund der psychiatrischen Kliniken Frankfurts zuständig für die Versorgung von Patienten des Frankfurter Südens.

Sie verfügt über 11 vollstationäre und teilstationäre Stationen mit den Behandlungsschwerpunkten Depression, Sucht, Gerontopsychiatrie, Psychosomatik, Schizophrenie, Intensivpsychiatrie und Allgemeinpsychie.

Die Behandlungspläne umfassen in erster Linie somatische Verfahren, insbesondere Psychopharmakotherapie sowie Psychotherapie mit kognitiver Verhaltenstherapie und tiefenpsychologischen Verfahren. Ergänzt wird das Angebot durch Entspannungsverfahren, Sozio-, Ergo- und Physiotherapie. An Gruppentherapie bietet die Klinik Gruppentraining sozialer Kompetenz, Depressionsbewältigungs-gruppe, psychoedukative Gruppentherapie für Schizophrene, sozialtherapeutische Gruppen zur Alltagsbewältigung und ein Konzentrationstraining zur Verbesserung von Störungen in kognitiven Bereichen.

Seelsorgeverständnis

Die Seelsorgerin „begleitet“ in diesem Setting die Patienten auf ihrem langen Weg durch ihre Erkrankung und Behandlung und die damit verbundenen sozialen Probleme. Eine stationäre und anschließende ambulante Behandlung kann je nach Krankheitsbild über Monate und Jahre notwendig sein, so dass  eine zuverlässige und verbindliche, langfristige „Beziehungsarbeit“ sehr wichtig ist. Sie hilft dabei, psychisch kranke Menschen in ihrem oft wechselvollen Alltag zu stabilisieren.

Der Umgang mit den Patienten ist je nach Krankheitsbild sehr unterschiedlich. Wichtig ist, Seelsorge hier stärker als „Begegnung“ mit einem anders denkenden und wahrnehmenden Gegenüber zu verstehen, aber gleichzeitig einen positiv spiegelnden Umgang im Sinne der mehr die Gefühls- als die Sachebene wertschätzenden „Validation“ zu pflegen. Ebenso wichtig ist eine Haltung gegenüber dem Patienten, die beruhigend und klärend wirkt.

Angebote der Seelsorge

Neben dem Besuch von Patienten auf ihren Stationen ist es in der Psychiatrie wichtig, Patienten zu Einzelgesprächen in einen separaten, geschützten Raum einladen zu können. Zum einen haben Patienten oft Angst, sich mit ihren Anliegen in einem öffentlicheren Raum zu äußern, da sie fürchten, damit eine Veränderung in ihrer Behandlung zu verursachen. Dem Bedürfnis/ diesen Ängsten können wir mit Hilfe der besonders strikten Wahrung unseres „Seelsorgegeheimnisses“ gut entgegen kommen. Zum anderen sehnen sich viele Patienten nach mehr Ruhe und geringeren Ablenkungen durch äußere Einflüsse als das auf Station möglich ist. Hier bieten Einzelgespräche in einem geschützten Raum einen günstigen Rahmen.

Über die Einzelgespräche hinaus laden die ev. und kath. Seelsorge seit Mitte der 70 er Jahre ambulante und stationäre Patienten und ihre Angehörigen zum Patiententreff ein. Zur Zeit sieht das Konzept Gruppenangebote mit anschließendem gemeinsamen Kaffeetrinken in der Kapelle vor. Einen eigenen Raum gibt es seit 2008 nicht mehr. S. 4.4. Patientencafe Haus 93.

Vernetzung

Über die Arbeit im Haus/ bei Hausbesuchen hinaus ist in der Psychiatrie die „Vernetzung“ in den Stadtteil ein wichtiger Teil der Seelsorgearbeit. Bisher ist die Mitarbeit in dem Verein Psychiatrieerfahrener Menschen, der Alzheimer Gesellschaft Frankfurt, in der Sozialkonferenz Niederrad, dem Arbeitskreis der Frankfurter Begegnungsstätten entstanden und die Pflege der Kontakte zu den ansässigen Kirchengemeinden intensiviert worden. Das ist für die Entwicklung von Projekten über die Klinikmauern hinaus sinnvoll und hilfreich. (Z.B. Gottesdienstbesuche, Ausstellungen, Anbindung von Patienten in kirchengemeindliche Angebote, ehrenamtlicher Besuchsdienst, ambulante Ergotherapie (in Planung ))

Zentrum Neurologie

Allgemeines zum Haus

Frankfurt ist ein neurowissenschaftlich besonders profilierter Standort, der neben den klinischen und theoretischen Neurozentren der Goethe-Universität wichtige außeruniversitäre Institute in unmittelbarer Nachbarschaft einschließt (z.B. zwei Max-Planck-Institute und das Ernst-Strüngmann-Institut).

Neurologische Erkrankungen können neben Hirntumor- und degenerativen Nervenleiden auch Bandscheibenvorfälle, Schlaganfall, MS oder Parkinson etc. sein.

Seelsorge

Im Haus 95 betreut die evangelische Seelsorge regelmäßig die Stationen der Neurologie und die katholische Seelsorge die Stationen der Neurochirurgie.
Das bedeutet: eine Stroke unit für akute schwere Schlaganfall- Erkrankungen, eine Normalstation mit Schlaflabor, sowie die Privatstation.

Der Arbeitsschwerpunkt der Seelsorge besteht in diesem Haus in regelmäßigen Seelsorglichen Besuchen auf den neurologischen Stationen und Gesprächen mit den Patienten/ihren Angehörigen in den Krankenzimmern, da die Patienten kaum außerhalb ihres Bettes oder ihres Krankenzimmers angetroffen werden können.
Darüber hinaus ist die Liegezeit neurologischer Patienten durchschnittlich sehr kurz (4 Tage), so dass oft nur ein einziges intensives Gespräch stattfindet und kaum Wiederholungsbesuche gemacht werden können.

Die ev. Seelsorge arbeitet auf zwei Stationen sehr erfolgreich mit ehrenamtlichen Seelsorgern, die regelmäßige wöchentliche Besuchszeiten anbieten.

Themen in den Gesprächen

Dabei begegnen im Seelsorgegespräch viele individuell unterschiedlich gelagerte Bedürfnisse, die einfach Zeit und viel Einfühlungsvermögen in der seelsorglichen Gesprächsführung erfordern, um den Patienten eine hilfreiche Begleitung zu sein:

- Oft stehen die Diagnosen noch aus und der Weg durch die langwierigen diagnostischen Verfahren ist schwierig und beängstigend und es braucht jemanden, um diese Ängste loswerden zu können, ohne Angehörige zu beunruhigen.

- Die Veränderungen der Persönlichkeit des Patienten verunsichern ihn selbst und seine Angehörigen. Hier kann Verständnis und Würdigung helfen, die Veränderungen nicht negativ zu bewerten, sondern anzunehmen.

- Die Lebensgewohnheiten zuhause müssen aufgrund der Erkrankung und den damit einhergehenden körperlichen und psychischen Veränderungen angepasst werden, was zunächst sehr verunsichert. Hier hilft es oft, einfach mitzudenken und gemeinsam Ideen zu entwickeln.

- Es gibt Verständigungsschwierigkeiten aufgrund von Aphasie oder Apraxie nach einem Schlaganfall, was die sensible ganzheitliche Wahrnehmung des Patienten und seiner Äußerungen im Kontakt wichtig macht.

In dieser besonderen Situation, aber auch in der Begleitung von Menschen, die vor einer beängstigenden Operation stehen oder die durch einen Hirntumor nur noch eine kurze Lebenserwartung haben, kann die Seelsorge durch Gespräche, Gebet oder Rituale wie das Krankenabendmahl helfen, diese Situation zu bewältigen und mit mehr Vertrauen und zu durchleben.